Verbandsprüfung: Schweiß, Können und klare Ansagen

Am 20. Juni wurde es im Landesleistungszentrum des Hamburgischen Ju-Jutsu Verbandes nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen ordentlich warm. Zur Verbandsprüfung waren sechs Ju-Jutsuka aus vier Vereinen gemeldet — und alle konnten am Ende des Tages verdient ihre bestandene Prüfung feiern.

Bei schweißtreibenden Bedingungen zeigten die Teilnehmenden engagierte, konzentrierte und sehenswerte Darbietungen. Die Prüfer bekamen vieles zu sehen, was Freude machte: Einsatz, Technikverständnis, Kampfgeist und den klaren Willen, die gestellten Aufgaben sauber umzusetzen.

Ganz ohne Hinweise für die weitere Trainingsarbeit ging es allerdings nicht. In ein bis zwei Teilbereichen war zu erkennen, dass sich manche Prüflinge die Umsetzung der Prüfungsaufgaben selbst unnötig schwer machten. Hier lohnt es sich, im Vereinstraining noch einmal genauer hinzuschauen und nachzuschärfen.

Besonders positiv fiel den Prüfern Gereon Mendler auf, der mit einer großen Vielfalt an Kombinationen überzeugte. Gleichzeitig zeigte sich auch bei ihm ein Punkt, der immer wieder eine Rolle spielt: Der Partner muss nicht die Kombination auswendig kennen — er muss geführt werden. Wenn die Steuerung nicht eindeutig ist, bleibt beim Partner schnell die Frage offen, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Dieses Thema ist keineswegs auf einzelne Graduierungen beschränkt; auch bei höheren Gürtelstufen und Dan-Prüfungen ist es immer wieder zu beobachten.

Umso wichtiger bleibt also: Ju-Jutsu lebt von klarer Technik, sauberer Führung und einem Partner, der durch die Aktion mitgenommen wird — nicht von Gedankenlesen.

Unterm Strich zeigte sich an diesem sommerlichen Prüfungstag eine tolle Leistung aller Teilnehmenden. Der Hamburgische Ju-Jutsu Verband gratuliert herzlich zur bestandenen Prüfung und freut sich schon auf die nächsten starken Auftritte auf der Matte.

Text: Olaf Bertram, Chat’n’R, Fotos: Daniel Abt