Man mag es sich nicht vorstellen, aber blinde und sehbehinderte Menschen erleben regelmäßig auf offener Straße Anfeindungen und sogar körperliche Übergriffe. Wie man sich gegen solche Erlebnisse verbal und auch körperlich zur Wehr setzen kann, darum ging es am Mitte Oktober in der NTSV-Waldsporthalle in Hamburg
Einen Nachmittag lang übten sieben Teilnehmer*innen, verschiedenen Belästigungen sowie Festhaltern zu entkommen und lautstark ihre Distanzzonen zu verteidigen. Dank mehrerer Ju-Jutsuka, die ihnen dabei zur Seite standen, gelang es allen schnell, die Verteidigungstechniken zu erlernen. So wagte man sich anschließend sogar auf einen kleinen Parcours durch den Wald, der die Halle umgibt.
Auf diesem Weg mussten nacheinander mehrere Angreifer abgewehrt werden. Natürlich war niemand tatsächlich in Gefahr, denn die Überfälle wurden oskar-reif von den Ju-Jutsuka gespielt. Trotzdem hatten alle ganz schön Herzklopfen bei dieser Übung.
Im Gegenzug durften die Sehenden einmal die Rolle eines Sehbehinderten einnehmen: Mit verbundenen Augen wurden sie von Joe und Sarina, beide selbst gesetzlich blind, erst in die Benutzung des Blindenlangstocks eingeführt und dann auf einen kurzen Waldspaziergang mitgenommen. „Das war ein Bewusstsein-erweiterndes Erlebnis“, kommentierte Kristian anschließend.
Ein herzliches Dankeschön an Carsten Prüßner, der mit gewohnter Leidenschaft das Thema unterrichtete, an alle, die mitgemacht haben und natürlich an unsere freiwilligen Helfer*innen!
Text: Fatma Keckstein (NTSV-Ju-Jutsu Abteilung)
