Hart, aber herzlich: Goshin Ju-Jitsu mit Gästen aus Wales

Erst einmal gemütlich warm werden? Die Gäste aus Wales hatten da andere Vorstellungen: Schon beim Aufwärmen wurde geworfen… Damit war die Richtung für den SVP-Vereinslehrgang am letzten Septemberwochenende vorgegeben – und der Übergang zum Hauptthema fließend. Und wer auf der Matte landete, war schließlich noch lange nicht fertig: Nach dem Wurf ging es am Boden weiter.

Rund 50 Budosportlerinnen und Budosportler kamen am Samstag (26. September 2026) zum Lehrgang der Sportvereinigung Polizei Hamburg (SVP) ins Budocentrum nach Hamburg-Alsterdorf. Zu Gast war Renshi Barry Davies, 6. Dan Goshin Ju-Jitsu, der mit neun weiteren Walisern angereist war. Die Gruppe brachte ein abwechslungsreiches Programm mit, das zügig und mit viel Einsatz umgesetzt wurde. Hart, aber herzlich – so erlebten die Teilnehmenden ihre Gäste, deren Freude am gemeinsamen Training ansteckend war.

Den Schwerpunkt bildeten Würfe mit anschließenden Bodentechniken. Davies zeigte schnelle, präzise Bewegungsabläufe, unterschiedliche Wurfeingänge und Übergänge in Hebeltechniken. Auch anspruchsvolle Varianten wie ein Rückentransportgriff, der als Wurf ausgeführt wurde, gehörten zum Programm. Seine Schüler unterstützten die Teilnehmenden intensiv beim Üben und halfen dabei, die gezeigten Techniken nachzuvollziehen und umzusetzen.

Auf der Matte trafen unterschiedliche Graduierungen, Budosportarten und Erfahrungen aufeinander. Gemeinsam wurde ausprobiert, an Details gefeilt und konzentriert trainiert. Dabei kam der Spaß keineswegs zu kurz. Zum Staunen über die vorgeführten Techniken gesellte sich immer wieder die Freude über das eigene Gelingen: Mancher Bewegungsablauf, der zunächst spektakulär wirkte, ließ sich mit der passenden Hilfestellung selbst umsetzen.

Für das eigene Ju-Jutsu bot der Lehrgang zahlreiche Anregungen. Schon die verschiedenen Möglichkeiten, einen Partner in Bewegung zu bringen, eröffneten neue Ansätze für vertraute Kombinationen. Wer die gezeigten Elemente als Bausteine für sein Training verstand, konnte den eigenen technischen Werkzeugkasten gut füllen.

Ebenso wertvoll war der Austausch zwischen den vertretenen Stilrichtungen, Vereinen und Verbänden. Neue Kontakte entstanden, bestehende Verbindungen wurden vertieft. Für viele setzte sich das Miteinander nach dem Lehrgang bei einem Essen im Budopoint oder einem gemeinsamen Abend in Hamburg fort. Ein Teilnehmer: „Der Lehrgang hat wieder besonders nachdrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, in unserem Sport über den eigenen Mattenrand zu schauen und neue Ideen und Impulse mitzunehmen.“ 

Die Vorfreude auf ein Wiedersehen ist entsprechend groß. Auch gemeinsame Reisen nach Wales, Irland, Belgien oder Schottland sollen weitere Gelegenheiten bieten, miteinander zu trainieren und voneinander zu lernen. Sie stehen allen Interessierten offen.

Text: Olaf Bertram, Anke Erhard, Chat’N’R; Fotos: Daniel Abt