Am letzten März-Samstag fand im Anschluss an die Mitgliederversammlung des HJJV im Landesleistungszentrum ein HJJV-Techniklehrgang zum Thema „Tipps und Tricks fürs Prüfungsprogramm“ statt. Geleitet wurde der Lehrgang von Fatma Keckstein (5. Dan) und Jessica Diekmann (3. Dan). Insgesamt nahmen 18 Ju-Jutsuka mit Graduierungen vom 6. Kyu bis zum 7. Dan teil. Diese breite Mischung sorgte für einen spannenden Austausch und machte den Lehrgang für alle Beteiligten interessant.
Zum Einstieg gab es einen kleinen Theorieteil. Dabei ging es unter anderem um die sinnvolle Einbindung von SV-Angriffen ins Prüfungsprogramm sowie um mögliche Lösungswege zum Kombinieren der geforderten Techniken. Besonders kreativ wurde es bei einer Aufgabe, bei der die Teilnehmenden drei Angriffe notieren sollten, die möglichst niemand sonst aus der Gruppe aufschreibt. Bemerkenswert war, wie vielfältig und ideenreich gedacht wurde – von klassischen Situationen bis hin zu sehr kreativen Varianten wie dem „Schlag von außen mit der Pfanne“…
Anschließend folgte das gemeinsame Aufwärmen, bevor im Praxisteil zunächst verschiedene Techniken zum Gelbgurt erarbeitet wurden. Für Fortgeschrittene gab es dabei gezielt Extraaufgaben, sodass alle auf ihrem jeweiligen Niveau gefordert wurden. Danach sollten die Teilnehmenden unter bestimmten Vorgaben eigene Kombinationen entwickeln, die auf das persönliche Prüfungsprogramm abgestimmt waren. Nach einer Pause wurden Techniken zum Orangegurt behandelt – ebenfalls mit zusätzlichen Aufgaben für erfahrenere Ju-Jutsuka. Auf Wunsch der Teilnehmenden wurde außerdem ein kurzer Exkurs zum Abtaucher eingebaut.
Ein Schwerpunkt des gesamten Lehrgangs lag auf Vielfalt und Kreativität bei den Angriffen. Deshalb waren die sonst häufig genutzten Angriffe Schwinger, Ohrfeige, Rückhandschlag und Griff ins Revers bewusst ausgeschlossen. So wurden alle dazu angeregt, ihr Prüfungsprogramm breiter zu denken und abwechslungsreicher zu gestalten.
Den Abschluss bildete eine besonders spannende Aufgabe: Mit Techniken aus einer vorgegebenen Technikgruppe sollte auf einen angesagten „exotischen“ Angriff reagiert werden. Dazu gehörten beispielsweise Würgen am Boden in Bauchlage von der Kopfseite, Griff in die Haare von der Seite, Schubsen von hinten oder auch Waffenangriffe. Diese Übung forderte nicht nur technisches Können, sondern auch schnelles Umdenken und kreative Lösungen.
Der Lehrgang war geprägt von einer Atmosphäre, die sich treffend mit drei Worten beschreiben lässt: fleißig, entspannt und kreativ. So wurde die Veranstaltung zu einer wertvollen Erfahrung für alle Beteiligten. Am Ende nahmen die Teilnehmenden nicht nur viele praktische Anregungen für ihre nächsten Prüfungen mit, sondern auch neue Ideen für das eigene Training.
