Hamburgischer Ju-Jutsu Verband e.V.
Fachverband für Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Brazilian Jiu-Jitsu und artverwandte Sportarten
Mit Sicherheit - Lebensgefühl

Bericht des HJJV

Bundeslehrgang mit Wolfgang Kroel

Am 10.April 2010 haben über 60 Ju-Jutsuka die Möglichkeit ergriffen, ganz großes Kino im Budo-Centrum in der Carl-Cohn-Str. in Hamburg live und in Farbe mitzuerleben.

Entgegen üblicher Gewohnheiten kamen Sie jedoch nicht mit Cola und Popcorn, sondern im weißen Gi – bewaffnet mit Stock und Messer. Obwohl es keine 3-D-Brille gab, konnten alle Teilnehmer hautnah und eindrucksvoll einen vierstündigen "Film" genießen und sogar darin mitwirken.

Regisseur Wolfgang Kroel hatte zur Vorstellung geladen, die motivierten Teilnehmer nahmen Platz und die Vorführung konnte nach einer klärenden Einweisung des Referenten beginnen.

Auf der Agenda stand im ersten Teil das schwierige Thema "Stockabwehr- und einsatz". Nach dem Aufwärmen mit der hölzernen Waffe wurde kurz auf die im Ju-Jutsu-Programm vorgegebenen Schlagwinkel eingegangen, damit jeder die gleichen Voraussetzungen für die folgenden Techniken besaß. So wurde auch das "Gefühl" für den Stock und die Distanz entwickelt. Für die Schläge 1 und 2 (analog 3 und 4) wurden Abwehrtechniken gezeigt, die "einfach" zu erlernen und zugleich effektiv sind.

Es muss für einige tatsächlich wie Kino gewesen sein, denn die Teilnehmer nahmen die Ausführungen und sehr guten Erklärungen des Referenten teilweise einfach nur regungslos auf. Während im Anschluss alle ausreichend Gelegenheit hatten das gezeigte zu üben, nutzte Wolfgang die Zeit, seine Blicke durch den Saal streifen zu lassen und Fehler bei den Teilnehmern sofort zu korrigieren und Hilfestellung zu leisten.

Immer wieder wurde deutlich gemacht, dass die gezeigten Übungen für das Prüfungsprogramm von elementarer Bedeutung sind. Es gibt jedoch auch Abwehrtechniken, die für eine realistische Selbstverteidigung auf der Straße Anwendung finden können. Nachdem die Stockangriffe durch Weiterführen, Blockieren oder auch Schulterstopp erfolgreich abgewehrt wurden, musste der waffenführende Arm des Angreifers unter Kontrolle gebracht werden. Zur weiteren Entwaffnung oder auch dem Einsatz der Waffe gegen den Angreifer, wurden sehr effektive Möglichkeiten gezeigt, die im Prüfungsprogramm und in der Realität zum Erfolg führen.

"Jemanden an die Kehle gehen"

Nach einer Pause wurde weiter auf die Waffenabwehr eingegangen: Diesmal auf das vielfach unterschätzte Messer.

Damit auch wirklich alle Teilnehmer ein Gespür für diese überaus gefährliche Waffe bekamen, wurden den Teilnehmern Bilder von Schnitt- und Stichverletzungen gezeigt. Spätestens jetzt wusste jeder, dass der zweite Teil des Lehrgangs nicht weniger interessant werden würde.

Durch sehr effektive und realistische Abwehrtechniken (z. B. gegenüberliegender Arm attackiert den angreifenden Arm, freie Hand geht auf Vitalpunkte) wurde auch hier realitätsnah demonstriert, welche Möglichkeiten für eine sichere Verteidigung bestehen.

Auch hier wurde auf die vom Ju-Jutsu-Programm vorgegebenen Messerangriffe sehr ausführlich eingegangen.

Wolfgang Kroel, 7. Dan Ju Jutsu und Lehrwart NRW, wies alle Teilnehmer auch hier wieder darauf hin, dass es zwischen Prüfungsprogramm und Realität ernstzunehmende Unterschiede gibt. Seinen Hinweis, während des Trainings sorgsamer mit dem Messer umzugehen, bzw. so zu üben als sei es eine echte Waffe, kann man nur dankend aufgreifen.

Zusammenfassend sei gesagt: Diesen Film hätten wir gern ein weiteres Mal gesehen! Wie bei allen guten Filmen ging auch dieser viel zu schnell vorbei. Wir können hier nur hoffen, dass es bald eine Fortsetzung gibt.

Wir alle wissen, dass Filmpreise auf Filmfestivals oder von der Filmindustrie verliehen werden. Hiermit werden die künstlerischen Leistungen prämiert.

Für diesen Lehrgang möchten wir Wolfang Kroel den Ju-Jutsu-Award vergeben, wenn es ihn denn geben würde....

Vielen Dank für diesen Lehrgang!

Michael Bohn


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