Hamburgischer Ju-Jutsu Verband e.V.
Fachverband für Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Brazilian Jiu-Jitsu und artverwandte Sportarten
Mit Sicherheit - Lebensgefühl

Bericht des HJJV

Boxenstopp

Lehrgang mit Tim von Fintel im LLZ Hamburg

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"Freie Anwendungsformen" lautete das Thema des Landeslehrgangs am 6. April im Landesleistungszentrum – und es war dem Referenten wie auf den Leib geschneidert. Denn Tim von Fintel (V. Dan Ju Jutsu) hat in seiner langjährigen Sportlerkarriere schon manche Auseinandersetzung auf der Matte erfolgreich für sich entschieden (mehrfacher Hamburger, Norddeutscher und Deutscher Meister Ju Jutsu, im Alter von 19 Jahren Teilnahme am World Cup in Kopenhagen). Beste Voraussetzungen also für einen spannenden, inhaltsreichen Lehrgang.

Im ersten Lehrgangsteil nutzte Tim die Aufwärmphase zur Erläuterung von Boxschlägen und zur Vertiefung des Themas "Ausweichen/Meidbewegungen". Die Ellenbogen dicht am Körper wurde hier nicht ein Handfegen o.ä. eingesetzt, sondern es wurde lediglich der Kopf aus der Angriffsrichtung bewegt. Dabei wies Tim immer wieder darauf hin, dass die Augen immer auf den Partner/Gegner gerichtet sein sollen, denn nur dann könne man "3D sehen". Es reiche nicht, den Gegner nur aus dem Augenwinkel zu beobachten.

Tim zeigte zudem, dass man nur aus einer gewissen Lockerheit hart schlagen kann. Um das zu üben, sollten die Lehrgangsteilnehmer zunächst mit langsamen Tempo jeweils links und rechts angreifen, nach erfolgter Abwehr schlug dann der Partner aus der Deckung heraus zurück. Dieser langsame Schlagaustausch diente dazu, den Stress aus dem Sparring zu nehmen und ermöglichte es, kontrolliert mit einer Technik zu antworten.

Im zweiten Teil des Lehrgangs ging es darum, nach den Störtechniken erfolgreich in einen Wurf einzugehen und auch einen Takedown zu erzielen. Dafür wählte Tim einen Ausheber. Auch diese Technik wurde wieder mit wechselnden Partnern trainiert, wobei manche Sportler feststellen musste, dass es nicht so einfach ist, 100-Kilogramm-Partner auszuheben... Aber auch für dieses Problem zeigte Tim praktikable und erfolgversprechende Lösungen auf.

Weiter ging’s in der Bodenlage: Dort muss schnell gehandelt werden. Tim arbeitete sich zwischen die Beine des Gegners und fixierte dessen rechtes Bein mit seinem rechten Knie am Boden. In einem flachen Winkel kam er dann über die Kreuzposition in die Gard-Position. Tim zu den Lehrgangsteilnehmern: "Dabei müsst ihr immer aufpassen, dass der Gegner nicht eure Beine fixiert und euch ebenfalls  in eine Schere nimmt”. Anschließend galt es, die Schulterblätter des am Boden liegenden Partners zu fixieren. Der Partner versuchte, dies instinktiv zu verhindern, in dem er seine angewinkelten Oberarme eng an den Körper presste. So konnte der Verteidiger nicht weiter nach vorne rutschen und den Druck auf den Oberkörper nicht weiter erhöhen. Tims Antwort auf diese "Blockade": Störtechniken in Richtung Gesicht. Der unten liegende Partner riss die Deckung hoch und man konnte mit den Knien bis unter die Achseln des Partners rutschen. Nun, da dessen Oberkörper fixiert war, konnte mit einem Armbeugehebel am Boden abgeschlossen werden.

In der letzten Viertelstunde konnten die Lehrgangsteilnehmer den Stoff noch einmal an wechselnden Partnern wiederholen und verabschiedeten Tim dann sehr erschöpft, aber glücklich mit viel Beifall. Tim hatte ihnen mit seiner lockeren, aber konsequenten Lehrweise viele Denkanstöße gegeben. Fazit: Gerne wieder!

Medienteam HJJV (Hamburg)/Thorsten Wießner


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