Hamburgischer Ju-Jutsu Verband e.V.
Fachverband für Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Brazilian Jiu-Jitsu und artverwandte Sportarten
Mit Sicherheit - Lebensgefühl

Bericht des HJJV

Hamburgischer - Ju-Jutsu Verband

„Und jetzt: Spielen!“

Landeslehrgang am 21. April und Bundeslehrgang am 22. April 2007 mit Christian Braun beim Hamburgischen Ju-Jutsu Verband.

Zum Landeslehrgang am Samstag finden sich fast 40 Sportler im Landesleistungszentrum ein, um sich von Christian Braun Hebeltechniken (Gegen- und Weiterführung und Hebelketten) und Abwehr gegen Schlag- und Trittangriffe zeigen zu lassen. Die Erwartung für den Sonntag ist entsprechend hoch, und einige der Sportler lassen es sich auch nicht nehmen, wieder zu kommen.

Der Bundeslehrgang:

Noch etwas verschlafen wirken die fast 40 Teilnehmer, die an diesem sonnigen Aprilmorgen um 9 Uhr ins Landesleistungszentrum gekommen sind. Sie werden aber schnell wach, denn nach der Begrüßung durch HJJV-Vorstandsmitglied Jens Keckstein und den Referenten Christian Braun geht es gleich zur Sache: Der Lehrgang beginnt mit Drillübungen Stock gegen Stock. Was flüssig abläuft, wenn Christian es mit einem der stockerfahrenen Danträger vormacht, erweist sich im Selbstversuch als nicht ganz so simpel, und so mancher Finger wird gequetscht, bevor der Basisdrill sitzt. Dieser besteht aus Blocken mit dem Stock, Stoßen mit der Stockrückseite und anschließendem Flippen des Stockes, der damit ungebremst den Kopf des Angreifers treffen würde. Dieser blockt natürlich seinerseits, greift „durch das Fenster“ der sich kreuzenden Stöcke, führt die Stockhand zur Seite und greift dann selbst an. Diesen Basisdrill kann man praktisch mit allen Angriffswinkeln aus dem Ju-Jutsu-Programm ausführen, aber dafür heißt es erst einmal üben – oder bei Christian: „Und jetzt: Spielen.“

Nachdem die Teilnehmer (vom Weißgurt bis zum 5. Dan ist alles vertreten) den Drill mehr oder weniger verinnerlicht haben, geht es ans Entwaffnen. Dazu zeigt Christian diverse Methoden, vom schlangenartigen Herauswinden, über den Z-Hebel bis zum Daumenquetschen. Und vor der Pause gibt es noch einen Tipp: „Die Trainingsdrills sind wunderbar für die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten geeignet. Ihr solltet sie, wenn ihr könnt, regelmäßig in euer Training einbauen.“

Nach der Pause im sonnendurchfluteten Innenhof des Landesleistungszentrums geht es weiter mit nur einem Stock pro Paar. Zunächst wird der Stockhalter mit Kontakt angegriffen, und wir lernen, wie wir unsere Stockhand mit gemeinen Hebeln befreien können. Auch gegen Angriffe ohne Kontakt kann man sich mit einem Stock hervorragend zu Wehr setzen, und so endet der Angreifer entweder auf dem Boden, oder in einem Würger oder mit schmerzhaft gequetschtem Schienbein.

Christian Braun, der dem Ju-Jutsu nach eigener Aussage schon seit 24 Jahren verfallen ist, hat uns einen kurzweiligen Lehrgang geboten, von dem Teilnehmer mit jeglicher Graduierung sicherlich einige Anregungen mitnehmen konnte. Für so ein Erlebnis lohnt sich das frühe Aufstehen unbedingt.

Ulrike Berndt


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